Thema Jüdisches Leben

Die überwiegende Mehrheit der Menschen in Deutschland hat noch nie eine*n Jüdin*Juden getroffen. Und ebenfalls wissen die meisten Menschen nicht sonderlich viel über das Judentum. Jüdische Communities sind vielfältig. Und deshalb möchte ich #jüdisches Leben in seiner gesamten Pluralität unterstützen. Dazu sollten die Erfahrungen und Perspektiven von Jüdinnen:Juden sicht- und hörbar werden.

Marlene Schönberger besucht Höchberg

Auf Einladung des Bürgermeisters Alexander Knahn besuchten Marlene Schönberger (MdB und zuständig in der grünen Bundestagsfraktion für Antisemitismusbekämpfung und die Förderung jüdischen Lebens), Sven Winzenhörlein (Zweiter Bürgermeister von Höchberg und Fraktionsvorsitzender im Kreistag), Stefan Lutz-Simon (Leiter der Jugendbildungsstätte Unterfranken), Marian Benjamin Fritsch (stellvertretender Leiter des Johanna-Stahl-Zentrums), Gerhard Müller (Bezirksrat) sowie Christina Feiler (Bezirksrätin) gemeinsam Höchberg, um zentrale Orte jüdischen Lebens kennenzulernen und darüber miteinander ins Gespräch zu kommen.

Den Auftakt bildete der Besuch des Denkmals zur Erinnerung an die Deportation der Höchberger Jüd*innen. Die letzten sechs im Ort lebenden jüdischen Bürgerinnen und Bürger wurden im Jahr 1942 deportiert. Höchberg beteiligt sich mit einem symbolischen Koffer am Projekt „DenkOrt Deportationen“. Das Mahnmal wechselt in regelmäßigen Abständen seinen Standort im Ort und erhält so immer wieder neue Sichtbarkeit. Gerade dieser Ortswechsel macht Erinnerung im Alltag greifbar: Das Denkmal tritt immer wieder neu in den Blick, regt Gespräche an und setzt sichtbare Zeichen gegen das Vergessen.

Anschließend besichtigte die Gruppe die evangelische St.-Matthäus-Kirche. Pfarrer Daniel Fenske erläuterte die bewegte Geschichte des Gebäudes: Bis zur Zeit des Nationalsozialismus diente es als Synagoge. Auch im zukünftigen Nutzungskonzept wird die frühere Funktion als Synagoge bewusst mitgedacht. Die Führung machte deutlich, wie wichtig ein sensibler Umgang mit Orten ist, deren Geschichte von Ausgrenzung und Gewalt geprägt wurde – und wie viel Verantwortung darin liegt, Erinnerungsorte nicht zu überformen, sondern ihre Vergangenheit sichtbar zu halten. In Höchberg zeigt sich das auch darin, dass die Ortsgeschichte nicht nur erzählt, sondern an konkreten Orten nachvollziehbar wird.

Das Gebäude der ehemaligen israelitischen Präparandenschule beherbergt heute eine Dauerausstellung zum jüdischen Leben in Höchberg. Es dokumentiert eindrucksvoll das Leben einiger Höchberger Jüd*innen. Dabei wird auch an Leopold Sonnemann erinnert, der aus Höchberg stammt und später als Gründer der Frankfurter Zeitung (Vorläuferin der heutigen FAZ) bekannt wurde. Anhand von Biografien, Dokumenten und lokalen Bezügen wird sichtbar, wie selbstverständlich jüdisches Leben über lange Zeit zum Ort gehörte – im Alltag, in Bildung und Beruf, im Vereins- und Gemeindeleben. Gleichzeitig wird auch die Geschichte der Entrechtung, der Vertreibung und der nationalsozialistischen Gewalt sehr konkret: Hinter den historischen Fakten stehen einzelne Menschen, Familien und Lebenswege.

Der Vormittag machte deutlich, dass die jüdische Gemeinde über Jahrhunderte hinweg ein fester Bestandteil Höchbergs war. Bürgermeister Knahn konnte mit seinem historischen Wissen tiefe Einblicke vermitteln. Zugleich wurde spürbar, mit welchem Respekt und Verantwortungsbewusstsein der Ort heute an dieses Erbe erinnert. Dazu gehören neben Denkmälern und Ausstellungen auch Formen der Dokumentation, die Namen, Lebensgeschichten und lokale Verantwortlichkeiten nicht ausblenden. Erinnerungskultur wird so nicht nur rückwärtsgewandt verstanden, sondern als Auftrag für die Gegenwart: jüdisches Leben zu schützen, Antisemitismus konsequent entgegenzutreten und Räume zu schaffen, in denen jüdische Perspektiven sichtbar und sicher sein können.

Im Austausch vor Ort ging es deshalb auch um die Frage, welche Rolle kommunale Bildungsarbeit, zivilgesellschaftliches Engagement und politische Unterstützung dabei spielen. Gerade die Verbindung von Gedenken, historischer Aufarbeitung und konkreter Präventionsarbeit wurde als wichtiger Schlüssel deutlich – damit Orte wie Höchberg nicht nur erinnern, sondern aktiv dazu beitragen, dass jüdisches Leben in unserer Gesellschaft selbstverständlich bleibt.

Ein herzlicher Dank gilt der Grünen Bezirkstagsfraktion Unterfranken mit Bezirksrat Gerhard Müller sowie Dr. Riccardo Altieri (Bezirksheimatpfleger des Bezirks Unterfranken) für die hervorragende Organisation dieses erkenntnisreichen und eindrucksvollen Tages.

Marlene Schönberger im Shalom Europa

Bei einem Besuch der Bundestagsabgeordneten Marlene Schönberger (Grüne), zuständig in der grünen Bundestagsfraktion für Antisemitismusbekämpfung und die Förderung jüdischen Lebens, stand am 12. Februar 2026 alles im Zeichen des Themas „Jüdisches Leben in Unterfranken – früher und heute“. Im Mittelpunkt: das Würzburger Gemeindezentrum Shalom Europa als Ort gelebter Gegenwart – und als Ausgangspunkt, um die Geschichte jüdischen Lebens in der Region von ihren Anfängen bis heute nachzuzeichnen.

Auf Einladung des Bezirksheimatpflegers Dr. Riccardo Altieri und des Bezirksrats Gerhard Müller traf sich im Shalom Europa in Würzburg eine hochrangige Delegation zu einem Austausch über die Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in der Region. Dazu gehörten auch Sven Winzenhörlein (Fraktionsvorsitzender im Kreistag & Landratskandidat), Jessica Hecht (Kreisvorsitzende Grüne KV-Land), Stefan Lutz-Simon (Leiter der Jugendbildungsstätte Unterfranken), Dr. Anna Novikow (Leiterin des Johanna-Stahl-Zentrums) sowie Marian Benjamin Fritsch (stellvertretender Leiter des Johanna-Stahl-Zentrums). Der Besuch verband historische Einordnung, Einblicke in religiöse Praxis und konkrete Gespräche über die Herausforderungen jüdischen Lebens – von Bildung und Jugendarbeit bis hin zu Sicherheitsfragen.

Den Auftakt bildete eine Führung durch das Shalom Europa Museum. Dabei erhielten die Besucher einen Einblick in die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Würzburg, die heute die einzige jüdische Gemeinde in Unterfranken ist. Ursprünglich wurde die Gemeinde im hohen Mittelalter vermutlich von jüdischen Geflüchteten aus Mainz gegründet. Die sachkundige Führung von Dr. Bartsch thematisierte jüdisches Leben in Würzburg und Unterfranken von den Pogromen des Mittelalters bis hin zu den Deportationen und Ermordungen auch der Würzburger Jüd*innen in der NS-Zeit. Dabei wurde deutlich, dass jüdisches Leben in Unterfranken über Jahrhunderte hinweg präsent war: Bis 1933 gab es in Unterfranken viele jüdische Gemeinden – bevor Ausgrenzung, Verfolgung und schließlich die Deportationen das Leben vielerorts vollständig zerstörten.

Im Museum wurden zudem Grundzüge jüdischer Religion und Tradition anschaulich erläutert: die Bedeutung der hebräischen Bibel (Tanach), der Tora als Kerntext sowie der mündlichen Überlieferung, die später im Talmud verschriftlicht wurde. Auch die Rolle des Schabbats als wöchentlicher Ruhe- und Feiertag, die Speisevorschriften (Kaschrut) und der Stellenwert von Erinnern und Gedenken in jüdischen Familien und Gemeinden kamen zur Sprache. Dr. Bartsch erläuterte daneben Traditionen und religiöses Leben der heutigen Gemeinde, deren Mittelpunkt seit 2006 das Shalom Europa mit seiner 1966–1970 erbauten Synagoge ist. In diesem Zusammenhang wurde auch die Architektur der Synagoge als Ausdruck religiöser Praxis beschrieben – etwa die zentrale Stellung des Lesepults (Bima) und die besondere Bedeutung des Raums für Gebet, Gemeinschaft und religiöse Rituale.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung nach 1945: Die jüdische Gemeinde in Würzburg wurde in der Nachkriegszeit von „displaced persons“ neu errichtet und wuchs zunächst aus einer sehr kleinen Gemeinschaft heraus. Mit der Zuwanderung insbesondere aus den russischsprachigen Ländern – viele Mitglieder stammen aus der ehemaligen Sowjetunion – erlebte die Gemeinde seit den 1990er Jahren einen deutlichen Aufschwung. Heute zählt sie etwa 900 bis 950 Mitglieder; zugleich wurde im Austausch thematisiert, dass der Abgang derzeit größer ist als der Zugang. Auch die Bedeutung des Shalom Europa als Ort des Zusammenhalts, der Begegnung – innerhalb der Gemeinde wie auch nach außen – wurde dabei deutlich.

Im Johanna-Stahl-Zentrum, das von der Stadt Würzburg und dem Bezirk Unterfranken unterhalten wird, erhielten sie einen Einblick in die Fachbibliothek mit Literatur zu Judentum, Antisemitismus und jüdischer Geschichte. Zudem wurde deutlich, wie wichtig ihre Arbeit im Kontext von Bildung und Forschung zu jüdischem Leben ist. Das Zentrum dient nicht nur der wissenschaftlichen und pädagogischen Arbeit, sondern ist auch ein zentraler Baustein der lokalen Bildungs- und Erinnerungsarbeit: Schulklassen besuchen regelmäßig die Einrichtung, um sich mit jüdischer Geschichte, mit Gegenwartsperspektiven und mit Fragen von Diskriminierung und Antisemitismus auseinanderzusetzen. Gleichzeitig wurden Perspektiven für die Weiterentwicklung benannt – etwa der Wunsch, den Bestand der Bibliothek künftig noch besser über digitale Kataloge zugänglich zu machen und die Bildungsangebote weiter auszubauen.

Den Abschluss bildete eine Gesprächsrunde mit Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, sowie Alex Schiff und Etel Grinbuch, welche die Perspektiven der Jugend in der jüdischen Gemeinde Würzburg vertraten. Im offenen Austausch wurden persönliche Erfahrungen mit Antisemitismus in Würzburg, Fragen der Jugendarbeit in Unterfranken sowie soziale und bildungspolitische Herausforderungen diskutiert. Dabei ging es auch um die Frage, was junge Menschen brauchen, um jüdisches Leben selbstbewusst und sichtbar leben zu können – in Schule, Ausbildung und Alltag – und welche Rolle Bildungsarbeit, Vernetzung und sichere Räume dabei spielen. Thematisiert wurde zudem, dass Sicherheitsmaßnahmen für jüdische Einrichtungen sehr kostenintensiv sind und dadurch Spielräume für Angebote, insbesondere in der Jugend- und Bildungsarbeit, begrenzt werden können. Gleichzeitig wurde die Bedeutung lokaler Unterstützung betont – durch verlässliche Kooperationen vor Ort und durch ein Schutzkonzept, das Sicherheit ermöglicht, ohne Gemeinschaft und Offenheit aus dem Blick zu verlieren.

Der Besuch im Shalom Europa machte damit eindrücklich sichtbar, wie eng in Unterfranken Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens miteinander verbunden sind: als Erinnerung an jahrhundertelange Präsenz, an Zerstörung und Neuanfang – und als Auftrag, jüdisches Leben heute aktiv zu schützen, zu stärken und als selbstverständlichen Teil der Gesellschaft sichtbar zu machen.

Schönberger besucht Johanna-Stahl-Zentrum in Würzburg 

Mitglied im Innenausschuss des Bundestags würdigt wichtige Forschungsarbeit 

Die Abgeordnete Marlene Schönberger ist in der Grünen Bundestagsfraktion zuständig für die Bekämpfung von Antisemitismus und die Förderung jüdischen Lebens. Anlässlich der neuen Dauerausstellung „Roter Faden Antisemitismus“, die in den Räumlichkeiten der Forschungsstelle zu sehen ist, besuchte Schönberger das renommierte Johanna-Stahl-Zentrum in Würzburg. Die Ausstellung dokumentiert die historischen Kontinuitäten antisemitischer Denkmuster und deren Erscheinungsformen in der Gegenwart. 

Während ihres Aufenthalts führte die niederbayerische Abgeordnete Schönberger intensive Gespräche mit dem Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Riccardo Altieri. Dabei wurden aktuelle Entwicklungen im Bereich der Antisemitismusforschung sowie präventive Bildungsmaßnahmen erörtert. Als Politikwissenschaftlerin hat sich Schönberger in ihrer eigenen Forschung viel mit den Gefahren von Antisemitismus, Verschwörungsideologien und Populismus für die Demokratie auseinandergesetzt. 

„Ich bin beeindruckt über das hohe fachliche Niveau und die klare Ausrichtung des Forschungsteams um Dr. Altieri“, erklärte Schönberger. „Die wissenschaftliche Dokumentation und Aufarbeitung antisemitischer Strukturen ist eine unverzichtbare Grundlage für wirksame Gegenstrategien in Politik und Gesellschaft.“ 

Dr. Riccardo Altieri, Leiter des Forschungsteams, betonte die Bedeutung des politischen Interesses an der Arbeit des Zentrums: „Der Besuch von Frau Schönberger unterstreicht die Relevanz unserer Forschung für die politische Praxis. Der Dialog zwischen Wissenschaft und Politik ist entscheidend, um antisemitischen Tendenzen wirksam entgegenzutreten.“ 

Begleitet wurde die Bundestagsabgeordnete von Bezirks- und Kreisrat Gerhard Müller, der die regionale Vernetzung des Zentrums hervorhob. „Das Johanna-Stahl-Zentrum, welches eine Einrichtung der Stadt Würzburg und des Bezirks Unterfranken ist, leistet nicht nur auf nationaler, sondern auch auf regionaler Ebene wichtige Aufklärungsarbeit. Die Verankerung in der lokalen Bildungslandschaft ist ein wesentlicher Baustein erfolgreicher Präventionsarbeit“, so Müller. 

Im Rahmen des Besuchs wurden bereits konkrete Pläne für zukünftige Kooperationen zwischen der Abgeordneten und dem Johanna-Stahl-Zentrum entwickelt. Schönberger versprach, die gewonnenen Erkenntnisse in die parlamentarische Arbeit einfließen zu lassen. 

Das Johanna-Stahl-Zentrum, benannt nach der jüdischen Sozialaktivistin und NS-Opfer Johanna Stahl (1895-1943), widmet sich seit seiner Gründung der Erforschung jüdischer Geschichte und der Dokumentation antisemitischer Strukturen. Die Dauerausstellung „Roter Faden Antisemitismus“ ist während der Öffnungszeiten kostenfrei zu besuchen. 

Das Foto zeigt v.l.: BezR Gerhard Müller, MdB Marlene Schönberger, M.A. Marian Fritsch, Dr. Riccardo Altieri und Yvonne Bräunig

“Die letzten Überlebenden” – Marlene Schönberger besuchte Shoa Gedenken in Israel

Als offizielle Vertreterin der Bundestagsfraktion der Grünen hat Marlene Schönberger an der Gedenkzeremonie in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem teilgenommen. Die Zeremonie fand anlässlich von Jom haShoa statt, dem israelischen und jüdischen „Gedenktag für die Märtyrer*innen und Held*innen der Shoa“.

“Mich hat die Zeremonie sehr berührt”, schildert die Abgeordnete ihre Eindrücke. “Sechs Überlebende der Shoa – unter anderem aus Deutschland, Belarus und Tunesien – haben je eine Fackel für eine Million ermordeter Jüdinnen und Juden entzündet. Sie haben über die Verfolgung durch Nazideutschland berichtet. Ihnen wurde die Kindheit geraubt, teilweise ihre Familien und das gesamte Umfeld ermordet. Dennoch erzählen sie eine Geschichte des Weiterlebens: Heute leben sie mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln in Israel. “ An Jom haShoa sei das Gedenken aber nicht nur in Yad Vashem, sondern in ganz Israel allgegenwärtig, berichtet Schönberger weiter: “An diesem Tag schrillen im ganzen Land die Sirenen. In Erinnerung an die Ermordeten unterbricht das ganze Land den Alltag für zwei Minuten. Egal ob auf der Autobahn, beim Einkaufen oder auf der Arbeit – zwei Minuten lang steht alles still. Der Tag war sehr bewegend, nicht nur weil es der 80. Jahrestag des Endes der Shoa ist, sondern auch weil viele Israelis durch den Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 gezeichnet sind.”

Überhaupt seien der Krieg und seine Folgen für die israelische Gesellschaft überall spürbar gewesen: „Aktuell wirkt das Land zerrissen. Der anhaltende Krieg, der Kampf um die Geiseln, die Trauer um die vielen Toten auf israelischer und palästinensischer Seite, das Agieren der eigenen Regierung – das alles hat die Gesellschaft tief gespalten“, fasst Schönberger die Stimmung im Land zusammen. 

Gerade in diesen Tagen wird deutlich, wie untrennbar die Geschichten Israels und Deutschlands miteinander verbunden sind. Auch in Deutschland finden dieser Tage viele Gedenkveranstaltungen statt. Der Sieg der Alliierten über Nazideutschland und das Ende der Shoa jähren sich dieses Jahr zum 80. Mal.

“Das bedeutet auch, dass historische Bildungsarbeit bald ohne unmittelbaren Zeitzeug*innen gelingen muss” so Schönberger. “Gleichzeitig wird das Erinnern gerade von verschiedenen Seiten angegriffen. Unter anderem von gesellschaftlichen Kräften, die sich nicht mehr mit der deutschen Schuld beschäftigen wollen. Ich sehe es als die Aufgabe der nachfolgenden Generationen, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten und zu verhindern, dass sich derartige Verbrechen wiederholen können. Das bedeutet, in aller Entschiedenheit gegen den gerade eskalierenden Antisemitismus vorzugehen und sich der extremen Rechten klar entgegenzustellen.

Rede auf Solidaritäts-Kundgebung mit Israel und allen Jüdinnen und Juden

Liebe Anwesende!
Vor 80 Jahren wurden Jüdinnen*Juden industriell vernichtet und kein Staat kämpfte für ihren Schutz. Erst seit 1948 gibt es einen Staat, der Jüdinnen*Juden vor Antisemitismus Sicherheit bietet. Diese Sicherheit hat die Terrororganisation Hamas am 7. Oktober grausam in Frage gestellt. In einer Zeit, in der Antisemitismus global immer gewaltvoller auftritt. In einer Zeit, in der viele Jüdinnen*Juden bereits nach Israel geflohen sind, oder mit diesem Gedanken spielen. Warum musste die Weltgemeinschaft erst schreckliche Massaker, Vergewaltigungen und Verschleppungen sehen, um zu begreifen, dass die Hamas ihre Vision von der Vernichtung jüdischen Lebens auch umsetzen wird?

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Doppelmoral beenden – Kampf gegen Antisemitismus ernst nehmen

In einer Pressemitteilung hatte sich Landrat Dreier hinter Hubert Aiwanger gestellt und gemutmaßt, dass es sich bei den Vorwürfen gegen Hubert Aiwanger um eine Kampagne handelt. Bundestagsabgeordnete und Kreistagsmitglied Marlene Schönberger zeigt sich davon irritiert: 

„Fadenscheinige Gegenanschuldigungen, um Kritik abzuwehren, sind keine Seltenheit, sondern eher die Regel in Debatten um Antisemitismus. Auch in der Causa Aiwanger sind die willfährigen Helfer*innen schnell zur Stelle und weisen auf die vermeintlich unlauteren Beweggründe der Zeug*innen hin. Als ob eine unlautere Motivation etwas an den Tatsachen ändern würde, die Hubert Aiwanger gar selbst in einem Interview eingestanden hat, als er sagte, einiges in seiner Jugendzeit vorgefallen sei, was ‚Interpretationsspielraum‘ lasse”. 

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