PRESSESTATEMENT – Marlene Schönberger zu den angekündigten Demonstration unter dem Motto „Kufiyas in Buchenwald“

Schönberger ist Berichterstatterin ihrer Fraktion für das Thema Kampf gegen Antisemitismus.

„Diese Demo ist ein weiterer, längst überflüssiger Beweis dafür, dass die Abwehr der Erinnerung an die Shoa gesamtgesellschaftlich stattfindet. Diese Abwehr ist eine Form des Antisemitismus. Ein Antisemitismus, der das Ausmaß und das Ziel der Shoa – die industrielle Vernichtung alles Jüdischen – nicht akzeptieren will. Auch Menschen, die sich dem linken politischen Spektrum zuordnen, sind nicht frei von diesem Antisemitismus, wie zuletzt unter anderem der Demoslogan „Free Palestine from German guilt“ gezeigt hat.

Gegen eine Gedenkstätte zu protestieren, die ständig rechtsextremen Angriffen ausgesetzt ist, ist nicht nur angesichts des globalen Rechtsrucks eine fatale Entscheidung. Es ist ein Schlag ins Gesicht der Überlebenden und ihrer Angehörigen sowie aller, die in Gedenkstätten arbeiten. Ich hoffe, dass sich in der politischen Linken eine klare Gegenbewegung gegen diesen Schlussstrich-Antisemitismus von Links bildet, die sich der Demo in Buchenwald entgegenstellt.

 Aber auch die Bundesregierung darf sich in der aktuellen Lage nicht länger vor ihrer Verantwortung drücken: Es ist überfällig, dass Gedenkstätten mit mehr Geld für Personal, politisch-historische Bildungsarbeit und den Erhalt der Infrastruktur ausgestattet werden.“

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