Landshuter Jugendblock zum 1. Mai

Bei der Demonstration zum 1. Mai der DGB-Jugend Niederbayern durften Jasmin Faulstich und Marlene Schönberger für die GRÜNE JUGEND Landshut und Ostbayern sprechen.

Die Rede von Marlene Schönberger:

„Ihr Lieben,

es ist erster Mai und alle reden von guter Arbeit für alle.  Ich frage mich: Kann das das Ziel sein? Kann Lohnarbeit in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem überhaupt wirklich „gut“ sein?

Ich wünsche mir daher, dass wir häufiger den Mut haben, große Visionen zu formulieren.                                                                                Unsere Realität ist geprägt von Selbstoptimierung, Leistungsdruck und Konkurrenzdenken – dass Menschen davon krank werden, scheint als notwendiges Übel.

Menschen werden über ihre Arbeit definiert und wer im System nicht mithalten kann oder will gilt als schwach oder faul.

Kapitalismus ist nicht nur ein Wirtschaftssystem, sondern ein Herrschaftsverhältnis, das Tag für Tag extreme Ungleichheit produziert.

Auch aus feministischer Sicht muss der Kapitalismus abgeschafft werden: Er basiert auf der unentgeltlichen Arbeit von Frauen in den Familien, sei es bei der Kindererziehung, im Haushalt oder in der Pflege von Angehörigen. Tag für Tag werden durch den Kapitalismus veraltete Rollenbilder gefestigt.

Lasst uns gemeinsam das Patriarchat zerschlagen!

 Ich wünsche mir von uns linken Kräften, dass wir öfter klar machen, dass es Alternativen zu Neoliberalismus und Kapitalismus gibt. Gerade mit der Digitalisierung haben wir ganz neue Chancen auf ein demokratisches Wirtschaftssystem, in der Entscheidungsbefugnisse, Produktionsmittel, Arbeit, Vermögen und damit Macht gerecht verteilt sind.

Klar, das ist eine große Vision. Aber wir dürfen sie bei unseren kleinen Schritten, hin zu einer besseren Arbeitswelt nicht aus den Augen verlieren.

Bis wir in einem demokratischen Wirtschaftssystem angekommen sind fordern wir eine Verringerung der Standard-Wochenarbeitszeit, eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns, ein Bedingungsloses Grundeinkommen von dem man leben kann, faire Bezahlung von sozialen Berufen und mindestens die Hälfte der Macht den Frauen.

Wir sind Jasmin und Marlene von der Grünen Jugend und wir wünschen uns, dass wir heute feiern und die gesellschaftlichen Verhältnisse ordentlich zum Tanzen bringen – und morgen kämpfen wir gemeinsam für eine bessere Welt ohne Leistungsdruck und Konkurrenzdenken“.

Gesellschaftlichen Verhältnisse zum Tanzen zu bringen!

Marlene Schönbergers Rede zur Nachttanzdemo gegen Arbeitsfetisch des Café Resistenza Landshut:

„Liebe Leute,

Ich freue mich, heute zusammen mit euch die Chance zu haben die gesellschaftlichen Verhältnisse zum Tanzen zu bringen!

Die Ideologien des Neoliberalismus und des Kapitalismus prägen den politischen Diskurs und unsere Realität.

Unser Wirtschaftssystem basiert nicht nur auf Selbstoptimierung und dem Konkurrenzgedanken, sondern auch auf der Ausbeutung und Armut sehr sehr vieler Menschen. Obwohl der Kapitalismus uns Menschen, der Gemeinschaft und die Umwelt zerstört, steht er nach wie vor fast unwidersprochen im Raum.

Es ist ein Skandal, dass wir bereits in der Schule auf das kapitalistische System vorbereitet werden. Wir werden erzogen um produktive Teile im System zu werden.Uns wird beigebracht, dass Konkurrenz, Leistungsdruck, Armut oder globale Ungerechtigkeit etwas Normales, Unveränderbares und Unhinterfragbares wären.

Vielen Menschen geht es deshalb schlecht. Ich bin überzeugt, dass das ein Ende haben muss, wenn wir dem Rechtsruck etwas entgegensetzen wollen.              Wir linke Kräfte müssen immer wieder zeigen, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse weder Gott gegeben, noch in Stein gemeißelt, sondern von Menschen gemacht – und genau deshalb auch von Menschen veränderbar sind.

Es liegt es an uns, dem Mythos der Alternativlosigkeit des kapitalistischen Wirtschaftssystem etwas entgegenzuhalten!

Ich bin überzeugt, dass unsere Visionen einer solidarischen und emanzipatorischen Politik Wirklichkeit werden können. Dafür müssen wir die gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend ändern und den Leistungszwang des kapitalistischen Systems beenden.

Gerade mit der Digitalisierung haben wir ganz neue Chancen auf ein demokratisches Wirtschaftssystem, in der Entscheidungsbefugnisse, Produktionsmittel, Arbeit, Vermögen und damit Macht gerecht verteilt sind.

Wir haben die Vision langfristig eine Gesellschaft zu ermöglichen, in der jeder Mensch frei über seine Zeit verfügen kann und in der die notwendige Arbeit und der gesellschaftliche Reichtum gerecht verteilt sind.

Wir linke Kräfte müssen zeigen, wie eine Gesellschaft aussehen kann, in der Zusammenhalt und Solidarität mehr sind als leere Worte.                                Wir können zeigen, dass eine Welt möglich ist, in der alle Menschen ein gutes Leben führen können.

Und ein gutes Leben für alle bedeutet, dass alle Menschen genug haben, um zu leben, statt nur zu überleben. Dazu gehört gesellschaftliche Teilhabe genauso wie ein angenehmer Lebensstandard, der es ermöglicht, nicht mehr jeden Euro umdrehen zu müssen – und zwar unabhängig von Lohnarbeit.

Ja, das ist eine große Vision. Aber angesichts des Rechtsrucks in unserer Gesellschaft brauchen wir zukunftsweisende Visionen, die den Menschen Mut machen.                                                                                                         Es muss uns gelingen, den lähmenden Gedanken der Alternativlosigkeit des kapitalistischen Systems abschüttelt. Zusammen können wir die Zukunft gestalten, – hier und heute auf der Straße, aber auch in der Gesellschaft und in den Parlamenten.

Eins ist klar: Neben diesen großen Visionen braucht es kleine Schritte. Und deshalb sind wir heute hier.

Wir sind heute hier, um uns den öffentlichen Raum zurückzuerobern! Gemeinsam holen wir uns die Stadt zurück von Konsumzwang, Autos und Parkplätzen.

Mit Veranstaltungen wie dieser können wir zeigen, dass in Landshut Räume und Angebote fehlen, die unabhängig vom Geldbeutel zur sozialen Interaktion und zum Zeitverbringen einladen.                                                                          Es kann nicht sein, dass Menschen im öffentlichen Raum nur erwünscht sind, wenn sie ihr Geld in Restaurants oder Geschäfte tragen.

Wir wünschen uns ein Landshut, das in dem die verschiedensten Menschen zusammenleben und gerne Zeit verbringen.

Landshut braucht mehr Parkbänke und Grünflächen, kulturelle Angebote und Treffpunkte, die allen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und vor allem unabhängig ihres Geldbeutels zur Verfügung stehen. Wir brauchen mehr Orte für Jugendkultur und alternative Gemeinschaftsprojekt, die die Begegnung und das Miteinander fördern und zu unterstützen.

Der öffentliche Raum muss den Bürger*innen gehören und ist keine Verkaufsfläche. Davon ist Landshut leider weit entfernt.

Ich wünsche mir dass wir heute hier zusammen feiern und Kraft tanken. Für unseren Kampf für eine Welt ohne Leistungsdruck, Konkurrenzdenken und langfristig natürlich auch ohne Lohnarbeit.

Viel Spaß, feiert schön und morgen sehen wir uns auf der Demo im antifaschistischen Jugendblock!“

Danke an das Café Resistenza für die Organisation dieser coolen Demo!

GRÜNE JUGEND Landshut wählt neuen Vorstand

Die Grüne Jugend Landshut hat auf ihrer Jahreshauptversammlung am 6. April 2018 einen neuen Vorstand gewählt. Neue Sprecherin ist Jasmin Faulstich, neuer Sprecher Pascal Pohl. Marcel Krämer und Johannes Schlieter wurden zu Beisitzern, Sabine Schönberger und Marlene Schönberger zu Besitzerinnen gewählt. Der Bundestagsabgeordnete Erhard Grundl, die Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger und Anne Steuernagel aus dem Bundesvorstand der Grünen Jugend umrahmten die Veranstaltung mit Grußworten und Berichten aus ihrer politischen Arbeit.

Die frisch gewählte Sprecherin Jasmin Faulstich freut sich auf die neuen Aufgaben und fasst die wichtigsten Themen zusammen:

„Wir werden uns auch weiterhin für die Belange von Geflüchteten einsetzten und ein Zeichen für unserer Solidarität mit ihnen setzen. Des Weiteren werden wir uns für den sozialen Wohnungsbau in Landshut stark machen. Hier gibt es noch viel Veränderungsbedarf, gerade im Hinblick auf den aktuellen baulichen Zustand der Wohnungen. Auch die Mobilität in Landshut zu verbessern ist uns ein Anliegen. Wir wollen zusammen mit Kooperationspartnern ein Konzept zu Möglichkeiten aufstellen, wie der ÖPNV in der Stadt Landshut und im Landkreis verändert werden kann.“

Der Sprecher Pascal Pohl ergänzt:

„Wir wollen gerade im Hinblick auf die Landtagswahl in diesem Jahr junge Menschen dazu motivieren sich politisch zu engagieren. Gerade die junge Generation muss noch lange mit den Entscheidungen leben, die heute getroffen werden. Deshalb setzen wir uns für eine Welt ein, die für alle Menschen lebenswert ist. Dazu gehören das Engagement für den Umweltschutz, echte Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern und der Kampf gegen rassistische Hetze.“

Die Grüne Jugend Landshut umfasst als Jugendorganisation der Partei Bündnis 90/Die Grünen die Stadt und den Landkreis Landshut.

Aktion: Mein Körper, mein Sex, meine Kleidung – Ich entscheide!

Mit einer Aktion unter dem Motto “Mein Körper, mein Sex, meine Kleidung – Ich entscheide!” beteiligte sich die Grüne Jugend in Landshut am Internationalen Frauenkampftag.

Durch das Basteln von Jutebeuteln mit feministischen Slogans sowie Motiven und in vielen Gesprächen mit Passanten wollte die Grüne Jugend ein Zeichen für echte Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen setzen.

Dazu erklärte Marlene Schönberger, Sprecherin der Grünen Jugend Landshut: “Wir setzen uns dafür ein, dass jede Frau selbst entscheiden kann, wie sie sich anzieht, wie sie Sex hat und ob oder wann sie Kinder haben möchte. Wir wollen selbst über unsere Körper entscheiden und werden uns nicht von irgendwelchen Rechten, aber auch nicht von der Mehrheitsgesellschaft sagen lassen, wie wir zu leben haben. Deshalb fordern wir kostenlose Verhütungsmittel und den flächendeckenden Zugang zu kostenfreien und fachgerecht durchgeführten Schwangerschaftsabbrüchen!“.

Jasmin Faulstich, Koordinatorin der Straßenaktion, fügte hinzu: „Unser Einsatz für körperliche und sexuelle Selbstbestimmung ist nicht auf Deutschland begrenzt. Gerade im Moment erleben wir, wie weltweit die Rechte von Frauen und LGBT eingeschränkt werden und diese furchtbarer Gewalt ausgesetzt sind. Dabei darf die Bundesregierung nicht einfach weiter tatenlos zusehen. Für uns ist klar: Freiheit ist nicht östlich, nicht westlich, sondern universell!“.

Neues aus der Frauen*bewegung

Unter dem Titel „Pussyhat und Politik“ veranstalteten die Grüne Jugend Landshut und der Stadtverband von Bündnis90/Die Grünen einen Vortragsabend zu aktuellen feministischen Kampagnen und Frauenbewegungen. Die Referentin Marlene Schönberger, Politikwissenschaftlerin und Landtagskandidatin im Stimmkreis Dingolfing, zeigte sich erfreut, dass das Thema Feminismus mit der #metoo-Kampagne neue Aufmerksamkeit erfahre: „Mutige Frauen kämpfen seit Jahrhunderten für die Anerkennung gleicher Rechte. Die Erfolge des Feminismus in vielen Bereichen sind beträchtlich: politische und rechtliche Gleichstellung, die Einführung des Frauenwahlrechts, Zugang zu Bildung, sexuelle Selbstbestimmung, Anerkennung der Menschenrechte für Frauen und die Emanzipation von Frauen von vorgeschriebenen Lebensläufen und Rollenbildern. Dennoch erleben Frauen in Europa nach wie vor Diskriminierung, Sexismus und sexualisierte Gewalt. Das muss endlich noch mehr ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden und ein Ende haben!“.

Laut Marlene Schönberger zeigten einschlägige Studien, dass sexualisierte Gewalt Teil des Alltags von etwa ein Drittel der in Deutschland lebenden Frauen ist, und das seit Jahrzehnten. 2012 gab jede vierte in Deutschland lebende Frau an, Gewalt durch den Partner erlitten zu haben.

Am Ende der Veranstaltung betonte Schönberger mit Blick auf die Frauenbewegungen im rechtsradikalen politischen Spektrum: „Eines muss klar sein: Der konsequente Einsatz gegen sexualisierte Gewalt jeder Art ist unabdingbar und von höchster Priorität. Aber wir dürfen nicht zulassen, dass feministische Anliegen von Rechtspopulistinnen und Rechtspopulisten instrumentalisiert werden, um gegen einzelne Bevölkerungsgruppen zu hetzen, wie das in Teilen der aktuellen Debatte getan wird. Wir wissen, dass sexualisierte Gewalt seit jeher ein gesamtgesellschaftliches Problem ist und so müssen wir es auch angehen“.

Während des Vortrages bestand die Möglichkeit Pussyhats zu stricken.

Am 26. September ist Bundestagswahl

Alle Stimmen Grün!