Austausch im Tierheim Benk: Grüne informieren sich über Herausforderungen im Tierschutz

Um sich ein Bild von der aktuellen Situation des Tierheims Benk und den Herausforderungen im Tierschutz im Landkreis Rottal-Inn zu machen, besuchte die Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger (Bündnis 90/Die Grünen) gemeinsam mit den Pfarrkirchner Stadträten Tobias Hanig und Sarah Barisch-Kandlbinder sowie der stellvertretenden Landrätin Larissa Hausberger das Tierheim Benk in Pfarrkirchen. Empfangen wurden sie von Tierheimleiterin Johanna Altmann, der Auszubildenden Katharina sowie der Schatzmeisterin Mandy Weiß vom Tierschutzverein Rottal-Inn e. V., die die Gäste durch das Tierheim führten und Einblicke in ihre tägliche Arbeit gaben.

Bei der Besichtigung wurden bereits umgesetzte Modernisierungsmaßnahmen ebenso vorgestellt wie die noch anstehenden Umbauten, die notwendig sind, um den steigenden Anforderungen an eine zeitgemäße Tierunterbringung gerecht zu werden. Dabei wurde deutlich, wie groß der Investitionsbedarf vieler Tierheime ist. Der Tierschutzverein stemmt einen Großteil dieser Aufgaben mit ehrenamtlichem Einsatz und ist dabei auf Spenden sowie die Unterstützung der öffentlichen Hand angewiesen.

Marlene Schönberger verwies in diesem Zusammenhang auf die Haushaltsberatungen im Bundestag. Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatte beantragt, fünf Millionen Euro für Investitionen in die vielerorts marode Infrastruktur der Tierheime bereitzustellen. Die Mittel sollten insbesondere der Sanierung veralteter Gebäude, der Modernisierung von Energie- und Versorgungssystemen sowie der Verbesserung der Haltungsbedingungen dienen. Der Antrag wurde jedoch von den Koalitionsfraktionen abgelehnt.

„Die Lage der Tierheime in Deutschland ist seit Jahren angespannt. Viele Einrichtungen sind überfüllt, kämpfen mit steigenden Energie- und Futterkosten und verfügen nicht über die finanziellen Mittel, um notwendige Investitionen zu stemmen. Nach Angaben des Deutschen

Tierschutzbundes beläuft sich der bundesweite Investitionsstau inzwischen auf mehrere hundert Millionen Euro. Umso unverständlicher ist es, dass im aktuellen Haushaltsentwurf weiterhin keine Investitionsmittel für Tierheime vorgesehen sind – obwohl CDU, CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag ausdrücklich festgehalten haben: Ebenso unterstützen wir Tierheime bei Investitionen ‘Dieses Versprechen muss endlich mit Leben gefüllt werden“, erklärte Schönberger.

Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs war die Situation freilebender Katzen im Landkreis Rottal-Inn. Die Vertreterinnen des Tierheims berichteten, dass regelmäßig unkastrierte Katzen und deren Nachwuchs aufgenommen werden müssen. Da Katzen bereits im Alter von etwa sechs Monaten geschlechtsreif werden und mehrmals im Jahr Junge bekommen können, wachsen die Populationen freilebender Tiere vielerorts unkontrolliert. Die Folgen sind erhebliches Tierleid und eine zunehmende Belastung für Tierheime und Tierschutzvereine.

Nach Einschätzung des Tierheims wäre eine Katzenschutzverordnung ein wichtiger Schritt, um die Zahl freilebender Katzen langfristig zu verringern. Eine Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Kastrationspflicht für Freigängerkatzen könne dazu beitragen, unkontrollierte Vermehrung einzudämmen und sowohl die Tiere als auch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nachhaltig zu entlasten.

„Andere Landkreise zeigen bereits, dass Katzenschutzverordnungen wirken. Sie helfen, die Zahl freilebender Katzen nachhaltig zu reduzieren und Tierleid zu verhindern. Die Verantwortung darf nicht allein bei Tierheimen und ehrenamtlich Engagierten liegen – Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsam ihren Beitrag leisten“, betonte Schönberger.

Für Tobias Hanig und Sarah Barisch-Kandlbinder machte der Besuch deutlich, wie unverzichtbar das Tierheim Benk für den Landkreis und die Stadt Pfarrkirchen ist. Neben der Versorgung ausgesetzter und abgegebener Tiere übernehmen die Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen zahlreiche weitere Aufgaben im Tierschutz. Umso wichtiger sei es, die Rahmenbedingungen für ihre Arbeit zu verbessern und das Tierheim nachhaltig zu unterstützen.

Auch die Fraktionsvorsitzende im Kreistag Larissa Hausberger nutzte den Besuch, um sich über die aktuelle Situation des Tierheims, die geplanten Investitionen und die Herausforderungen des Tierschutzvereins zu informieren. Einig waren sich alle Beteiligten, dass der enge Austausch zwischen Tierheim, Politik und Behörden fortgesetzt werden soll, um tragfähige Lösungen für den Tierschutz im Landkreis Rottal-Inn zu entwickeln.

← zurück